Ayurvedische Begriffe
Agni
Neben den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha ist "Agni" - das Verdauungsfeuer oder auch die Verdauungskraft - das vierte funktionale Prinzip in unserem Organismus. Es wird als "Lebensfeuer" bezeichnet und ist in jeder unserer Zelle, somit für alle Lebensfunktionen unentbehrlich. Es wird von Pitta produziert und hat seinen Hauptsitz im Oberbauch. Agni gibt dem Körper Wärme und hilft mit seiner Hitze aufgenommene Speisen aufzuschließen. Daher hat es eine zentrale Bedeutung für unseren Stoffwechsel und unsere Lebensprozesse. Die Unterarten von Agni zeigen auf, dass es hierbei um den Verdauungsprozess vom Mund bis in die kleinste Körperzelle geht. Die erste Unterart von Agni ("Jathragni") ist verantwortlich für den ersten Kontakt zur aufgenommenen Nahrung und der Andauung, d. h. Trennung von Nährstoffen und Abfallprodukten sowie Kontrolle der Sekretion. Es ist das wichtigste, da es eine systematische Kontrolle über alle Agni-Arten hat. Die anatomische Lage befindet sich vom Magen bis zum Ende des Dünndarms. Die zweite Unterart "Bhutagni" ist verantwortlich für die Umwandlung der Elemente; anatomisch gesehen geschieht das in der Leber. Die Nährstoffe werden gespalten und aus der Nahrung wird die Lebensenergie gewonnen. Schließlich ist die dritte Unterart "Dhatvagni" verantwortlich für den Gewebestoffwechsel und die Bildung von Gewebematerial. Es werden die sieben Körpergewebe ("Dhatus") gebildet.
Unsere Verdauungskraft ist sehr unterschiedlich (stark, schwach oder gleichmäßig bzw. ungleichmäßig). Menschen mit einem starken Agni vertragen nahezu alle Ernährungsweisen, wohingegen bei schwachem Agni die Verdauungskraft fast völlig darniederliegt und so sich viele Schlackestoffe (siehe Begriff Ama) bilden können. Haben wir eine gleichmäßige Verdauungskraft, werden wir von einer unangemessenen Ernährungsweise nur wenig beeinträchtigt. Bei einem schwachen Agni kann nur eine ausgesuchte Diät bzw. Ernährung dann Stabilität bringen. Damit ist das wichtigste unsere Stoffwechselvorgänge zu stabilisieren und möglichst das Auftreten von Schadstoffen und Schlacken zu reduzieren.
Ama
Wörtlich heißt es "nicht gekocht". Dieser Sanskrit-Begriff soll bedeuten, dass Teil unserer Nahrung nicht oder nur unzureichend transformiert, d. h. umgewandelt worden sind. Unsere Nahrung hat somit den Eingang in unseren Stoffwechsel- und Energiekreislauf der Körpergewebe nicht optimal gefunden. Da sie für den Körper eine Belastung darstellen, können sie als Schlacke bezeichnet werden. Ama schränkt die Tätigkeit unserer Verdauungskraft - Agni - stark ein. Ein Kreislauf entsteht und mehr und mehr Ama, was auch das Gleichgewicht unserer Doshas stört und auf längere Sicht Krankheiten entstehen lässt.
Ayurveda
Es ist heute schon fast ein Trendbegriff, der mit dem Chai oder dem Curry verbunden ist. Doch es ist tatsächlich die älteste uns überlieferte medizinische Wissenschaft. Sie stammt von den Veden, welche auch als die ältesten der Menschheit überlieferten Schriften Indiens bezeichnet werden. "Ayuh" bezeichnet die Verbindung von Körper, Seele und Geist, die die Grundlage des Lebens schafft. "Veda" lässt sich mit "Wissen" übersetzen. Sanskrit ist die älteste Form der Sprache der Veden, einer Sammlung religiöser mündlicher Überlieferungen im Hinduismus. Begrifflichkeit des Sanskrit sind z. B. Vata, Pitta, Kapha, Agni, Ama, Dhatu, Srota und Mala. Der Ayurveda bzw. die alten Schriften befassen sich mit allen Aspekten des Lebens und haben diese sehr differenziert untersucht. Daher kann man sagen, dass es einer Erfahrungswissenschaft gleich kommt. Anders als in unserer heutigen Medizin, die durch ständige neue Forschungserkenntnisse veränderlich ist. Die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit steht im Ayurveda im Mittelpunkt. Das ist ein weiterer Unterschied zu unserer westlichen Medizin, die die Behandlung der Krankheit im Focus hat.
Ayurveda wird auch als die "Fünf-Elemente-Lehre" bezeichnet. Sowohl der menschliche Körper als auch die Nahrungsmittel und Medikamente lassen sich auf die fünf Elemente zurückführen. Es sind "Akasha" - Äther/Raum, "Vayu" - Luft, "Agni oder Teja" - Feuer, "Jala" - Wasser und "Prithivi" - Erde.
Dhatu
Der Ayurveda unterscheidet die strukturellen Bestandteile des menschlichen Körpers in sieben verschiedene Körpergewebe, die Dhatus ("aufbauendes Element" genannt). Alle Gewebe setzen sich aus den fünf Elementen (sieh Begriff Mahabuthas - Elemente) zusammen und können untergeordnete Gewebe produzieren. Sie spielen im Ayurveda eine große Rolle, denn alle körperlichen Beschwerden, wie z. B. Rheuma oder Hautkrankheiten, resultieren aus der Störung der Körpergewebe. Durch Ernährung, Pflanzenheilmittel und eine spezielle Therapie können diese wieder ausgeglichen werden und so unser Organismus zu einer optimalen Verfassung zurückfinden. Die sieben Hauptarten sind: "Rasa" - Blutplasma, "Rakta" - rote Blutzellen, "Mamsa" - Muskelgewebe, "Meda" - Fettgewebe, "Maja" - Knochenmark und Gehirn, "Asti" - Knochengewebe und "Shukra" - Fortpflanzungssubstanzen. Wie bei einer Kaskade bildet sich durch eine komplexe Zellerneuerung aus dem jeweiligen Stoffwechselprozess aus einem Dhatu das nächste.Ist jedoch die Zellerneuerungkette in einem Gewebe unterbrochen, so werden die darauf aufbauenden Gewebe automatisch nicht mehr oder nur in einer schlechteren Qualität gebildet. Das heißt z. B., wenn schon ein schlechtes Rate-Dhatu (Blut) beseht, dass sich durch eine leichte Übersäuerung und Hautunreinheiten bemerkbar macht, so können wir davon ausgehen, die die weiteren Körpergewebe, wie Muskeln, Fettgewebe, Knochen u. s. w. über kurz oder lang ebenfalls gravierende Störungen entwickeln. Das ist ein wesentlicher Unterschied zum schulmedizinischen Verständnis. Daneben gibt es weitere Gewebearten, die die materielle Grundlage des Körpers bilden (Sehnen, Blutgefäße, Bänder und Nerven, Haut, Muskelfett, Muttermilch und deren Produktionsgewebe sowie die weiblichen Fortpflanzungssubstanzen). Diese werden als Nebengewebe bezeichnet, da aus ihnen kein anderes Gewebe entstehen kann.
Doshas
Die Einzigartigkeit des Menschen ist ein Kernelement der ayurvedischen Lehre. Es ist der Schlüssel zur Gesundheit, denn es verkörpert die Individualität. Die individuelle Konstitution (die körperliche und die geistige Verfassung) werden unterschieden in Deha Prakriti (physischer Teil) und in Manas Prakriti (geistiger Teil). Die physische Konstitution wird durch die drei Doshas (wörtlich "Unreinheiten") beschrieben. Sie stellen Kräfte oder biologische Prinzipien dar, die strukturelle, funktionale und qualitative Einheiten bilden und die Funktionen und den Aufbau des Körpers spezifisch steuern. Die drei Doshas haben jeweilige Eigenschaften. Bei jedem Menschen liegt ein unterschiedliches Verhältnis der Doshas Vata, Pitta, Kapha vor. Wir haben in aller Regel eine Mischkonstitution, wobei ein oder zwei Doshas meist dominieren. Diese "individuelle" Konstitution ist die Grundlage der therapeutischen Empfehlung.
Gesundheit im ayurvedischen Sinn
Zitat aus den klassischen ayurvedischen Schriften: "Gesundheit ist das dynamische Gleichgewicht aller körperlichen, geistigen und seelischen Anteile im Menschen." Damit verbunden ist vor allem die ganzheitliche Betrachtung und die individuelle Natur des Menschen. Dynamisch steht dafür, dass wir durch die unterschiedlichen Lebensphasen mit den psycho-mentalen Aspekten und durch die Zyklen der Jahres- und Tageszeiten bis zu den planetarischen Einflüssen uns stets verändern.
Kapha
Das ist eines der drei Doshas. Kapha repräsentiert das erhaltene und stabilisierende Prinzip im menschlichen Organismus. Kapha besteht aus den Elementen (siehe Erläuterungen zum Begriff Ayurveda) Jala (Wasser) und Prithivi (Erde). Es trägt die Funktionen des Lymphgefäßes- und Immunsystems und ist über das Skelett und die Zellstruktur an der Formbildung des Körpers beteiligt. Menschen mit einem hohen Kapaa-Anteil sind geduldig, schön, stark, selbstkontrolllert, vergebend, pflichtbewußt und nicht selbständig. Sie sind aufrichtig und konstant in ihren Beziehungen, aber manchmal auch etwas schwerfällig und langsam. Das Sinnbild des Kapha ist die Schnecke.
Kalari
Der Ursprung der Kalari Tradition stammt aus dem Süden Indiens, aus Kerala. Kalar bedeutet so viel wie Heil- oder Lehranstalt. Dort wurden die Künste des Menschen gelehrt und geübt. Das besondere an der Kalari Tradition ist das gezielte und tiefgreifende Arbeiten mit dem sogenannten Marma - Nadi - System, dem Wissen von sensiblen Punkten (Marmas) und Energiebahnen (Nadis) des Körpers (siehe dazu auch die Begriffe Marma und Nadi). Das System reicht auf eine 2000jährige Anwendung zurück.
Krankheit im ayurvedischen Sinn
Im Ayurveda liegt eine Krankheit vor, wenn das Gleichgewicht der individuellen Konstitution, des individuellen Doshas gestört ist bzw. sich im Ungleichgewicht befindet. Das dominante Dosha ist in der Regel bei der Person am leichtesten zu stören. Im Ayurveda beginnt die Krankheit an dem Tag, wo wir mehr Energie verbrauchen als wir aufnehmen. Also sehr viel früher als in der Schulmedizin. Es werden sechs Stadien der Krankheit unterschieden. Erst ab der Stufe vier treten konkrete Krankheitssymptome in den Körpergeweben auf und die Krankheit wird offensichtlich. Alle ayurvedischen Therapiekonzepte, gesundheitsfördernde Maßnahmen und Heilmittel zielen darauf ab, den Menschen wieder in seine individuelle Natur zu bringen und die Störungen zu beseitigen. Es ist also nicht der Name der Krankheit wichtig. Vielmehr verwendet der ayurvedische Therapeut seine gesamte Diagnose und Heilkunst darf aus, die wahre und gesunde Natur des Menschen zu erkennen und die Ursachen für die Störung zu erkennen.
Mahabuthas - Elemente
Sowohl der menschliche Körper als auch die Nahrungsmittel und Medikamente lassen sich auf die fünf Elemente zurückzuführen. Der Mensch enthält mit seiner fein- und grobstofflichen Zusammensetzung dieselben Bausteine wie das Universum und versinnbildlicht ein mikrokosmisches Abbild des Makrokosmos. Alle Eigenschaften des Universums sin dim Menschen enthalten und das Universum enthält alle Eigenschaften des Menschen. Es sind "Akasha" - Äther/Raum, "Vayu" - Luft, "Agni oder Teja" - Feuer, "Jala" - Wasser und "Prithivi" - Erde. Äther wird charakterisiert als Fehlen von Widerstand und mit seinen leichten, durchscheinenden, feinen und leichten Eigenschaften. Von seiner körperlichen Wirkung verursacht Äther Porosität, Leichtigkeit und Weichheit im Körper. Als Sinnesorgan ist das Hören dem zugeordnet. Das Luftelement verkörpert die Bewegung, so z. B. die Bewegung der Muskulatur, den Herzschlag, das Ein- und Ausatmen u. a. Die körperliche Wirkung besteht in einer Zunahme von Trockenheit und Leichtigkeit. Als Sinnesorgan ist der Tastsinn zugeordnet. Das Feuer steht für die Verbrennung oder Verdauung. Es manifestiert sich im Stoffwechsel sowie im Denk- und Sehvermögen. Wasser macht den Körper klebrig, feucht und dicht und lässt die flüssigen Bestandteile fließen. Sinnlich ist es wahrnehmbar durch den Geschmackssinn. Das Erd-Element macht den Körper stark, fest, schwer und hart. Es manifestiert sich in festen Strukturen wie Knochen, Knorpel, Nägel, Muskulatur, Sehnen, Haut und Haare. Das zugeordnete Sinnesorgan ist die Nase.
Das Wissen um die Elemente ist wichtig, um die entsprechenden Nahrungsmittel auszuwählen, die unsere Doshas im Gleichgewicht halten und uns damit gesund erhalten.
Malas
Malas werden die Abfallprodukte des menschlichen Körpers bezeichnet. Diese sind essentielle Produkte des Verdauungsprozesses und des Stoffwechels. Arbeitet unsere Verdauung und unser Stoffwechsel gut, dann werde die nicht zu verwertenden Teile unserer Nahrung (Malas) über unsere Srotas (siehe Begriff Srotas) transportiert und über die Ausscheidungsorgane ausgeschieden. Der Ayurveda kennt grobstoffliche (Stuhl, Urin, Schweiß) sowie feinstoffliche, welche der Körper über die Augen, Haut, Nase, Mund, Ohren und Geschlechtsorgane ausscheidet. Stuhl, Urin und Schweiß haben in der ayurvedischen Heilkunde und Diagnostik eine hohe Bedeutung, da unsere Gesundheit von der richtigen Eliminierung der Abfallprodukte abhängig ist. Viele Erkrankungen kündigen sich durch die Veränderung oder Störung der Verdauung und Ausscheidungsprodukte an.
Marmas
Es gibt keine klassisch durchgängige einheitlicher Definition des Marma Begriffs. Je nach Zusammenhang gibt es unterschiedliche Systeme und Anwendungen. Grundsätzlich kann jedoch gesagt werden: Marmas sind vitale Punkte, an denen das Grob- und Feinstoffliche des Menschen auf besondere Art und Weise miteinander verbunden ist. Also ein Punkt, an dem häufig Gewebe, wie Knochen, Muskeln und Gefäße aber auch psycho-emotionale Komponenten miteinander verbunden sind. Ein Punkt der bei echter Verletzung, also Zerstörung seiner strukturellen Komponente nur in geringen Ausmaßen oder nicht wiederhergestellt werden kann. Das macht sie einerseits zu systembrechenden Schwachpunkten, andererseits kann über sie ausgezeichnet auf das gesamte System positiv eingewirkt werden. In der Jahrtausende alten Lehre vom Ayurveda war die Kenntnis der Mama Punkte essentiell für den Chirurgen, da er die Verletzung dieser zu meiden hatte. Das Marma-System hat 107 bzw. 108 Punkte auf der strukturellen Körperhülle. In der Meditation werden verschiedene Marma Punkte (hier bis zu 21 Punkte auf der feinstofflichen Körperhülle) zum geistigen Fokussieren genutzt.
Massageöle
Das Spezielle an Ayurvedischen Massagen ist die Verwendung von speziellen Massageölen. Ein ayurvedisches Öl wird - kurz gesagt - wie folgt hergestellt: ein Basisöl wird mit Kräutersäften bzw. Pflanzenabkochungen gemischt und unter ständigem Rühren solange gekocht, bis das Wasser verdampft ist. Dieser Prozess dauert mehrere Stunden und bewirkt Veränderungen. So ist das fertige Öl in der Lage, mit dem Gewebe des menschlichen Körpers anders zu reagieren als Öle, die diesen Prozess nicht durchlaufen. Der Prozess der Herstellung ist damit genauso wichtig, wie das Mengenverhältnis und die Wirkung der Zutaten. Vor Tausenden vor Jahren wurden im Ayurveda so eine Vielzahl von Rezepturen erstellt. Die meisten der ayurvedischen Massageöle werden auf Basis von Sesamöl hergestellt (sogenannte Tailams). Sesamöl hat die Eigenschaft, sehr tief in das Gehweg einzudringen, deshalb wird es als Trägersubstanz verwendet. Doch es gibt auch Öle auf Basis von Kokosöl, welcher eher eine kühlende Wirkung haben. Die Heilkräfte der verkochten Kräuter gehen durch diesen Herstellungsprozess in das Öl über und können durch die Haut aufgenommen werden.
Nadis
Was ist charakteristisch für eine Kreuzung? - Die Wege, die Bewegungsflüsse! Das Wissen über die inneren Bewegungsbahnen, ihren Verdichtungen und Kreuzungen vermittelt das Verständnis über den grundlegenden Aufbau und Funktion des Menschen. In diesem Sinne sind die Wege die "Nadis". Auch hier unterscheiden wir in grob- und feinstofflich. Zu den grobstofflichen Nadis gehören z. B. die Blutgefäße, Nerven, Lymphsystem und Fazienverläufe, zu den feinstofflichen die Bahnen, durch die unsere Emotionen fließen. Diese sind miteinander verbunden. So kann ein bloßer Gedanke Magenschmerzen bereiten, was jeder sicherlich schon einmal erlebt hat.
Ojas
Als Omas wird die feinste Lebensessenz im menschlichen Körper bezeichnet. Wenn alle Körpergewebe auf gute und gesunde Weise aufgebaut werden, entsteht Omas. Omas wird als Strahlen übersetzt, d. h. das ist unser innerer und äußerer Ausdruck von Vitalität, Gesundheit und Schönheit.
Pitta
Das ist eines der drei Doshas. Pitta ist das Umsetzungsprinzip im menschlichen Organismus. Pitta besteht aus den Elementen (siehe Erläuterungen zum Begriff Ayurveda) Agni oder Teja (Feuer) und einem kleinen Teil Jala (Wasser). Es hat Verbindungen zum Drüsen- und Enzymsystem und damit zum Stoffwechselprinzip im Körper. Menschen, bei denen Pitta überwiegt, sind hitzig und vertragen keine Wärme. Sie bewegen sich gern und viel. Sie haben gelbliche bis kupferfarbene Haut mit Falten und neigen zu Pickeln und Haarergrauung. Ein wesentliches Merkmal sind Sommersprossen. Pitta schwitzt sehr viel und riecht dabei recht stark. Der Pitta-Typ ist intelligent und hat ein gutes Gedächtnis, ist aber oft dominant in Gesprächen und Begegnungen. Diese Menschen sind meist unbeugsam, was sich im positiven Sinne auch als starke Belastungsfähigkeit und Stabilität ausdrücken kann. Das Sinnbild des Pitta ist der Panter.
Prävention im Ayurveda
Da die Gesunderhaltung des Menschen der wichtigste Aspekt in der ayurvedischen Lehre ist, genießt die Prävention einen sehr hohen Stellenwert. Gesundheit wird hierbei als Zustand voller Vitalität, Widerstandskraft und Lebensfreude verstanden. Der ayurvedische Begriff für Gesundheit heißt "svastha" und bedeutet soviel wie "im Selbst verweilen". Damit ist die ganzheitliche und auch spirituelle Bedeutung nachvollziehbar, denn einen ausgeglichenen und kraftvollen Zustand erreichen wir, wenn wir mit uns Selbst, mit unserer innersten Natur im Einklang sind. Im Gegensatz befinden wir uns bei einer Ungleichgewicht in einem krankhaften Zustand (siehe Begriff Krankheit im ayurvedischen Sinn).
Rasa - der Geschmack
In der Ayurvedischen Lehre, die auf langjährigen Beobachtungen und Erfahrungen basiert und daraus abgeleitet viele Erkenntnisse für die Heilkraft unserer Nahrung für uns bereit hält, spielt Rasa - der Geschmack eine fundamentale Rolle. Süß, sauer, salzig, scharf, bitter und herb haben unterschiedliche therapeutische Wirkungen. Während der süße Geschmack aufbauend und heilend wirkt und damit bei Schwächezuständen sehr wirkungsvoll ist, wirkt der salzige Geschmack befeuchtend und verdauungsfördernd sowie besonders positiv auf das Nerven- und Lymphsystem. Auch der saure Geschmack ist verdauungsfördernd, doch sollte er bei geschwächten Personen nicht zum Einsatz kommen, da er Entzündungen auslösen kann. Der scharfe Geschmack ist wiederum ein gutes Therapeutikum bei Erkältungen und Verschleimungen sowie Fettsucht und Essstörungen, da er sehr reinigend und anregend wirkt. Der bittere Geschmack ist blutreinigend und entzündungshemmend und daher sehr hilfreich bei Hauterkrankungen und Gastritis. Letztlich ist der herbe Geschmack zu nennen. Er wird als wichtigstes Rasa bezeichnet, da seine Heilkraft am höchsten ist. Er wirkt absorbierend, blutstillend und sekretionsvermindernd. Damit sind seine Einsatzgebiete Blutungen, Wunden, Durchfall und Diabetes, wo seine zusammenziehende Wirkung besonders geschätzt wird.
Doch alle Geschmacksrichtungen können bei einem übermäßigen Verzehr auch negative Wirkungen entfalten. Daher ist eine Ausgewogenheit aller Geschmacksrichtungen wichtig. Um eine optimale Wirkung zu erreichen, sollten alle sechs Geschmacksrichtungen in einem Essen enthalten sein.
Srotas
Das sind alle unsere Räume im Körper, in denen Substanzen transportiert und ausgetauscht werden können. Es sind sozusagen Kanäle für unsere Vitalität oder auch alle Gefäße, Hohlräume, tubuläre Strukturen und extra- wie intrazelluläre Räume. Es gibt Kanäle, dieinnerhalb der Umwandlung das einzelne Gewebe transportieren, weitere für den Transport unserer Abfälle (siehe Begriff Malas), für den Transport von Prana (Atemgase und Energie) sowie für Nahrungsbestandteile, insbesondere Wasser und andere Flüssigkeiten. In einem gesunden Körper können die Körpersäfte ungehindert fließen. Sind die Srotas jedoch blockiert, können vielfältige Störungen auftreten, wie Wasseransammlungen, Lymphstauungen oder Verstopfung
Vata
Das ist eines der drei Doshas. Es verkörpert das Bewegungsprinzip im menschlichen Organismus. Vata besteht aus den Elementen (siehe Erläuterungen zum Begriff Ayurveda) Akasha (Äther/Raum) und Vayu (Luft). Es ist eng mit dem Nervensystem verbunden und entspricht dem Geist- und Energiekörper. Menschen, bei denen Vata vorherrscht, bewegen sich und reden schnell, sind unruhig bis nervös und unstetig. Sie können ungeduldig und unzuverlässig sein, aber auch sehr wach und aktiv. Das Sinnbild des Vata ist der Schmetterling.